Asanas (körperliche Stellungen)

Im Hatha Yoga beschäftigt sich der Schüler verstärkt mit körperlichen Übungen (Asanas). Asanas sind aber viel mehr...

Asana ist die dritte Stufe des Astanga-Yoga.

In jeder unserer Handlungen brauchen wir einen festen und stabilen Körper und einen ausgewogenen Geisteszustand. Krankheiten des Körpers und Krankheiten des Geistes wie Sorgen, Ängste, Depressionen und Spannungen können durch das Üben der asanas beseitigt werden, und die richtige Ordnung in Körper und Geist wird wieder hergestellt. Wir sind in der Lage, unsere Gesundheit zu erhalten, jede Handlung auszuführen und zu meditieren.

Die äußeren asanas bestehen aus Körperstellungen. Die inneren asanas übt man, indem man sich vorstellt, daß man im ajna-cakra (dies ist das sechste Zentrum, es wird auch Zentrum des Kommandos oder verlängertes Mark genannt) vor der Seele sitzt und die Sinne und den Geist von den materiellen Objekten nach innen zurückzieht. Nur dann erhält man Mühelosigkeit, Bequemlichkeit, Wohlgefühl und ewigen Segen.

Wirkungen der Asanas

Nachdem man die äußeren und die inneren asanas geübt hat, fühlt man sich glücklich, entspannt und erfrischt. Man kann eine gewaltige Menge körperlicher und geistiger Energie speichern, welche dabei hilft, das Überbewußtsein zu entwickeln. Die asanas geben Stärke, Lebenskraft, Vitalität, Energie und die Kraft, negative Gedanken zu überwinden. Sie entwickeln die Willenskraft, das Vertrauen, das Gedächtnis, die Persönlichkeit, körperliche und geistige Reinheit und fördern einen ununterbrochenen Schlaf

Die asanas harmonisieren die chemischen und biochemischen Kräfte im Körper und helfen, die psychischen Kräfte zu entwickeln. Körper und Geist sind voneinander abhängig. Die physiologischen Kräfte beeinflussen den Geist, und die psychischen Kräfte beeinflussen den Körper.

Die asanas stimulieren die Bewegungen des Herzens, welches das Blut in alle Organe des Körpers, in die Gewebe und die Zellen verteilt. Sie regulieren die Funktion der Lungen und des Gehirns. Sie geben eine gute Verdauung, einen guten Blutkreislauf und können auf diese Weise alle Arten von Krankheiten vorbeugen oder heilen. Sie geben den Knochen und Muskeln Festigkeit, indem sie auf die richtige Art angeregt werden. Sie erhöhen die Elastizität der Arterien, der Bänder und die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Dies ist sehr wichtig, um die Gesundheit des Körpers und damit auch seine Jugend zu erhalten. Ein Yogi ist bestrebt, eine bewegliche Wirbelsäule bis ins hohe Alter zu bewahren.

Der Unterschied zwischen asanas und anderen körperlichen Übungen:

Bei allen Aktivitäten, mit Ausnahme der asanas, verschwenden wir einen großen Teil unserer physischen und psychischen Energie. Bei den asanas dagegen geben wir wenig Energie ab und führen unserem Körper viel Energie zu.

Die asanas tragen dazu bei, frisches Blut in die Gelenke und inneren Organe wie z. B. Lunge, Herz Magen, Leber und Milz zu bringen, wodurch sie gesund bleiben und gut funktionieren. Dies vermögen andere körperliche Übungen nicht.

Die asanas tragen dazu bei, die Wirbelsäule in alle Richtungen zu entwickeln, was durch andere körperliche Übungen nicht erreicht werden kann.

Das Drüsensystem

Die asanas helfen, die Funktion der Hypophyse, der Zirbeldrüse, der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen, der Thymusdrüse, der Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse, der Hoden und der Eierstöcke zu entwickeln und zu harmonisieren, wodurch die Hormonausscheidungen dieser Drüsen auf die richtige Weise unterstützt werden. Bei den asanas konzentriert man sich besonders darauf, das innersekretorische Drüsensystem zu entwickeln, was bei normalen Gymnastikübungen nicht der Fall ist.

In unserem täglichen Leben gebrauchen wir bei vielen Tätigkeiten in der Arbeit oder Freizeit unsere willkürlichen Muskeln. Indem wir Gymnastik üben oder an sportlichen Spielen teilnehmen, können wir diese willkürlichen Muskeln entwickeln. Aber die unwillkürlichen Muskeln, wie diejenigen des Herzens, des Magens, des Darmes, der Eingeweide usw. können wir durch sportliche Spiele oder Übungen kaum entwickeln und nicht regulieren. Dies ist nur durch das Üben von asanas möglich.

Die Wurzeln der meisten körperlichen Krankheiten befinden sich in unserem Geist. Durch das Üben von asanas ist es möglich, die Wurzeln dieser Krankheiten von innen her auszureißen, was andere körperlichen Übungen nicht vermögen.

Die asanas regen die körperliche und geistige Entwicklung gleichzeitig an. Wenn man sich dabei auf die inneren Teile des Körpers konzentriert, im Bewußtsein Gottes oder atmas, der das menschliche Leben und alle Dinge in diesem Universum reguliert, wird zusätzlich auch die spirituelle Entwicklung gefördert.

Die asanas entwickeln das Gedächtnis, sofortiges Verstehen, die Fähigkeit richtig zu urteilen und richtig zu entscheiden, Schlagfertigkeit, die Fähigkeit, sich auf neue Situationen mühelos einzustellen, Geduld, Liebe, Freundschaft, Einheit und allumfassendes Bewußtsein. Das ist der Segen atmas. Menschen haben die Möglichkeit, diesen Segen durch ständige Konzentration auf atma zu erreichen. Die asanas tragen dazu bei, diese Konzentration zu entwickeln. Um asanas zu üben, benötigt man keine besondere Ernährung.

Schnelle und hektische Bewegungen der Muskeln sind schädlich für das Herz, die Muskeln, die Gelenke und die Organe. Da die asanas langsam, harmonisch und bei angemessener Atmung ausgeführt und von genügend Entspannungsphasen begleitet werden, kann deshalb keine nachteilige Wirkung für den Körper entstehen.

Wenn man beim Üben der asanas einen Fehler macht, dann wird zwar die angemessene Wirkung des asanas nicht erreicht, aber es ist nicht schädlich für den Körper. Wenn man jedoch andere Übungen fehlerhaft praktiziert, wird der Körper müde und möglicherweise verletzt.

Im Yoga glaubt man nicht daran, daß die Entwicklung von Muskeln das Zeichen für eine gute Gesundheit ist. Wenn alle Systeme und Organe des Körpers perfekt und harmonisch miteinander arbeiten, wenn geistige Ausgewogenheit und Zufriedenheit vorhanden sind, nur dann erfreut man sich einer guten Gesundheit und man wird frei von Krankheiten.

(Aus unserem Yogalehrbuch "Yogamrita" von Yogi Paramapadma Dhiranandaji)


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